Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals

Die im Jahre 1992 gegründete Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals hat sich zum vorrangigen Ziel gemacht, die Tumorforschung im Kopf-Hals-Bereich nachhaltig zu fördern, da trotz der Häufigkeit von bösartigen Kopf-Hals-Tumoren die Forschung neuer Behandlungsmethoden in diesem Bereich bisher nicht ausreichend gefördert wird. Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals will genau an dieser Stelle unterstützend tätig sein und vergibt jährlich Fördermittel und einen Wissenschaftspreis an junge Wissenschaftler. Mit 1,8 Millionen Euro Gesamtvermögen zählt die "Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals" zu den großen gemeinnützigen Stiftungseinrichtungen. Allein im Jahr 2008 wurden Forschungsprojekte mit insgesamt rund 170.000 Euro gefördert.

Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals wurde 1992 durch einen Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Industrie sowie Professoren der Medizin gegründet - mit einem Anfangskapital von 100.000 DM. Initiatoren waren Dieter Haupt, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolf Mann und Prof. h. c. Wolfgang Strutz. Im Jahr 2000 konnten erstmals mehr als 50.000 Euro für Forschungsprojekte gestiftet werden. Zwei Jahre später verlieh die Tumorstiftung ihren ersten Wissenschaftspreis. Aus den sich zwischenzeitlich gebildeten Rücklagen wurde im Jahr 2004 zu Ehren des Stiftungsbegründers die "Dieter Haupt Stiftungsprofessur" eingerichtet. Mit 310.000 Euro Kapitalausstattung aus Mitteln der Stiftung wurde die Finanzierung der inzwischen aufgenommenen Arbeit der Forschungsgruppe um den renommierten Krebsforscher Prof. Dr. Roland Stauber von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz langfristig abgesichert. 

Prof. Stauber, der neben der Leitung einer eigenen Arbeitsgruppe seit 2001 vom Georg-Speyer-Haus aus das Krebsnetz des Nationalen Genomforschungsnetzes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) koordinierte, möchte nun am Universitätsklinikum Mainz die translationale Forschung im Bereich der Onkologie weiter stärken. Um eine möglichst effiziente Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die praktische klinische Anwendung bei Kopf-Hals-Tumoren zu ermöglichen, werden unter anderem systematische Technologien der humanen Genomforschung eingesetzt. Die Anwendung computergesteuerter Mikroskopietechniken legte bereits den Grundstein für die Entwicklung zellbasierter Testsyteme zur Identifikation neuartiger krebstherapeutischer Substanzen und hat bereits zu Veröffentlichungen in führenden, international anerkannten Fachzeitschriften geführt.

Im Juli 2009 spendete die Stiftung je 25.000 Euro für die Unterstützung von zwei Forschungsprojekten an der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik der Universitätsmedizin Mainz. Die geförderten Vorhaben, die außerdem von der "Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation" ausgezeichnet wurden, befassen sich mit der Isolierung, Charakterisierung und Modulierung von Tumorstammzellen mit dem Ziel, eine Grundlage für eine bessere Diagnostik und eine individualisierte Therapie von Tumorerkrankungen zu schaffen.