Elisabeth Gateff stiftet Botanischem Garten weitere Kunstwerke

Pflanzenvielfalt und Natur treffen auf Gartengestaltung und bildende Kunst

23.05.2014

Eng umschlungen tanzt das Paar in der hüfthohen Blumenwiese zwischen den Apfel- und Birnbäumen im Botanischen Garten und zeigt dabei eine ungeheure Dynamik. Die Mahnung der Gartenaufsicht, die Wiese nicht zu betreten, würden sie in diesem Moment wohl kaum wahrnehmen. Aber die beiden sind aus Bronze und bewegen sich gar nicht, was fast unmöglich erscheint. "Tanzpartie" ist der Titel dieser Plastik des renommierten Bildhauers Eberhard Linke. Die Mainzer Professorin Elisabeth Gateff hat sie dem Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vor wenigen Wochen gestiftet.
Und noch eine zweite Plastik hat Elisabeth Gateff finanziert. Sie stammt von der Künstlerin Anne-Marie Kuprat, von der bereits eine Bärengruppe im Botanischen Garten steht. Nun hat die Künstlerin die Frauenfigur "Susanne" geschaffen. Die bemalte Bronzefigur sitzt seit einigen Tagen auf einer Steinbank vor den Beeten der Systematischen Abteilung und blickt träumerisch, vielleicht sogar verliebt, auf die wissenschaftlich geordnete Pflanzenwelt.

Beide Kunstwerke wurden jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. "Dank der Unterstützung und des außerordentlichen Engagements von Elisabeth Gateff hat sich der Botanische Garten zu einem bemerkenswerten Ort entwickelt. Hier treffen Pflanzenvielfalt, Natur, Gartengestaltung und bildende Kunst aufeinander und lassen neue Perspektiven entstehen", betont Prof. Joachim W. Kadereit, der Direktor des Botanischen Gartens. "Der Garten ist damit nicht nur ein Ort der Wissenschaft und Bildung, sondern mehr denn je auch ein Ort der Inspiration und der Muße auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz."

Die emeritierte Genetikprofessorin Elisabeth Gateff tritt seit Jahren als großzügige Förderin des Botanischen Gartens in Erscheinung. Mit einer großen Privatspende hat sie im Jahr 2008 den Bau der Grünen Schule im Botanischen Garten auf den Weg gebracht. Zwei Jahre stiftete sie dem Botanischen Garten schon einmal bedeutende Werke regionaler Künstler, darunter die Frauenfigur "Elisabeth II" von Reinhold Petermann, die am Hauptweg des Gartens an einem kleinen Seerosenbecken steht, auf halbem Weg zwischen den beiden neuen Figuren.

Elisabeth Gateff wurde 1932 in Sofia geboren. Ihr Interesse an Pflanzen und Gärten reicht bis in ihre Kindheit zurück, als ihr Vater den damals königlichen botanischen Garten von Sofia leitete. Nach dem Studium in München lebte und forschte sie zunächst in den USA und leistete wichtige Beiträge zur Erforschung der Krebsentstehung bei Fruchtfliegen. Von 1983-1997 hatte Gateff den Lehrstuhl für Genetik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne. Für ihre Forschung, mit der sie nachwies, dass Krebs eine genetische Grundlage hat, erhielt sie mehrere renommierte Preise.

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist Elisabeth Gateff ein wichtiges Anliegen. So finanziert die emeritierte Professorin, die als Studentin selbst auf finanzielle Unterstützung angewiesen war, seit Jahren auch einen Doktorandenpreis der Gesellschaft für Genetik. Neben der Wissenschaft gilt ihr besonderes Interesse der Kunst und ihrem eigenen Garten. Es ist ihr eine besondere Freude, mit den von ihr gestifteten Kunstwerken sowohl die Künstler als auch den Botanischen Garten der JGU zu fördern, mit dem sie seit Jahren eng verbunden ist. Als 1998 der Freundeskreis des Botanischen Gartens gegründet wurde, zählte Elisabeth Gateff zu den ersten Mitgliedern dieses für den Garten so wichtigen Vereins.